Die Szene trauert um eine ihrer Ikonen: Bruno Kramm ist in der Nacht zu Samstag nach einem Konzert im spanischen Granada gestorben. Der kreative Kopf von Das Ich wurde nur 58 Jahre alt.
Kramm trat am Freitagabend gemeinsam mit Sänger Stefan Ackermann in der Sala Planta Baja auf. Das Konzert war als erster Auftritt von Das Ich im Süden Spaniens angekündigt worden. Wenige Minuten nach dem Ende der Show ereignete sich die Tragödie. Nach Angaben der spanischen Medien gingen gegen Mitternacht mehrere Anrufe aus dem Veranstaltungsort ein. Ein Mitglied der auftretenden Band sei zusammengebrochen und reagiere nicht mehr. Daraufhin wurden Polizei und Rettungsdienst zur Konzerthalle geschickt. Leider konnten die Einsatzkräfte aber nur noch den Tod des Musikers feststellen.
Todesursache unklar
Eine offizielle medizinische Todesursache wurde bislang nicht genannt. Die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, Bruno Kramm hätte in einem Backstage- beziehungsweise Umkleideraum das Bewusstsein verloren. In einigen Berichten war davon die Rede, er hätte zuvor Atemnot gehabt. Aktuellen Informationen zufolge geht die spanische Polizei von einem natürlichen Tod aus. Dass auch eine Obduktion angeordnet wurde, ist nicht verifiziert.

Sven Hegewald, seit rund acht Jahren Live-Musiker bei Das Ich, meldete sich über den offiziellen Facebook-Account der Band zu Wort. Er richtet an Bands und Veranstalter die Bitte, sich bei Anliegen direkt an ihn zu wenden. Er werde versuchen, alle Fragen so schnell und effizient wie möglich zu beantworten. „Und bitte seht vorerst davon ab, die Familie zu kontaktieren; sie brauchen im Moment wirklich alle Ruhe und Kraft für sich selbst“, so Hegewald weiter.
Bruno Kramm war Lichtgestalt der Düsterszene
Bruno Kramm hatte Das Ich 1989 gegründet und damit die Stilrichtung „Neue Deutsche Todeskunst“ etabliert. Er und Ackermann landeten mehrere echte Szene-Hits und waren als Liveband herausragend. Erst kürzlich kehrten Das Ich nach längerer Pause mit dem Album Fanal und neuer Show zurück. Als Produzent sowie Labelchef von Danse Macabre sind Kramm zudem wegweisende Releases an der Schnittstelle von Electro, Industrial und Dark Wave von unter anderem Placebo Effect, Kalte Farben oder Tilt! zu verdanken. Nicht zuletzt engagierte er sich im Kampf gegen Rechts und war Spitzenkandidat für die Berliner Piraten bei der Abgeordnetenhauswahl 2016. Nach dem schlechten Wahlergebnis trat er zurück und wechselte wieder zu den Grünen, denen er bereits früher angehört hatte.
Ruhe in Frieden!
