Während sich X Marks The Pedwalk über die Jahrzehnte vom harten und düsteren EBM-Electro-Zwitter zum trancigen Pop-Act entwickelte, ging Mastermind Sevren Ni-Arb mit dem Vater-Sohn-Projekt Duophonic Noise Construction stilistisch unlängst ein Stück zurück zu seinen Wurzeln. Jetzt kommt der Münsteraner mit einer überraschenden Ankündigung.
Gemeinsam mit Spross Luis hat sich der Genre-Pionier den Überhit aus eigener Produktion zur Brust genommen und frisch gemacht. Die New Version von Abattoir (Original erschien 1990 bei Zoth Ommog) verbindet der ersten Ankündigung zufolge die aggressive, düstere Atmosphäre der Urversion mit unerbittlichen Basslines und einem Ausbruch roher Energie. Klingt spannend und bedarf weiterer Erklärungen. VOLT hakte nach.
Sevren: „Ich habe immer mal mit dem Gedanken gespielt, Abattoir mit DNC neu zu machen und meinem Sohn gesagt, dass wir da echt mal eines Tages ran sollten. Er hat sich dann das Vinyl des Originals geschnappt, erst mal gesampelt, extrahiert und neu aufgebaut.“ Das Problem war, dass die alten Daten allesamt nicht mehr verfügbar waren. Aber so landete der Track quasi wieder im System.
Es sollte kein einfaches Cover werden
Nächste Überlegung war dann, in welche Richtung es für den bis heute oft und gern auf einschlägigen Events abgefeuerten Clubkracher gehen soll. „Ein einfaches Cover wollten wir nicht machen. Und wir sind DNC und nicht X Marks The Pedwalk. So haben wir also losgelegt und uns treiben lassen“, erklärt Sevren weiter. Das sei für beide aufregend gewesen. „Luis beschäftigt sich sowieso viel mit dem XMTP-Backcatalogue und so schauen wir heute noch mal mit zwei unterschiedlichen Perspektiven darauf.“ Zur Erinnerung: Der Junior hat als LMX seit mehr als sieben Jahren eigene Release auf Vaters Label Meshwork Music.

Und wie war dann die Arbeit an der neuen Version? „Klar kommen ein paar Erinnerungen auf, aber auf der anderen Seite bleibt das Original ikonisch, einzigartig, für seine Zeit und über all die Jahre. Es hat Bedeutung nicht nur für mich, sondern auch für unsere Fans. Es ist eben auch ein kleines Stück Musikgeschichte.“ Nicht nur das. Was 1990 noch dystopische Vision war, liest sich heute fast wie ein Kommentar zur Gegenwart. In einer Welt, die von globalen Krisen, Machtkämpfen und gesellschaftlicher Spaltung erschüttert wird, gewinnt die zynische Perspektive von Abattoir eine beunruhigende Relevanz.
Weitere Versionen dieser Art?
Die Vocals hat Ni-Arb komplett neu eingesungen, Samples aus dem Originalstück sind mit dem vom Debütalbum Distorted Reality (2025) bekannten Sound verschweißt worden. Ist eine solche Behandlung auch noch für weitere XMTP-Klassiker denkbar? Sevren: „Jetzt schauen wir mal, ob Abattoir in der neuen Version Anklang findet. Und klar, dann stehen uns natürlich Möglichkeiten offen. Aber aktuell arbeiten wir an unserem zweiten DNC-Album System Shock.“
Abattoir (New Version) von Duophonic Noise Construction erscheint am 23. Oktober als Digitalsingle und ist etwa bei Bandcamp erhältlich.
