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Philipp Münch verordnet Heilung im Lärm: Neue EP „Krankpop“

Krankheit als Konzept, Pop als Störung, die Kombi als Medizin: Bei der neuen Veröffentlichung von Philipp Münch versteht sich der Titel nicht nur als hübsches Etikett. Die EP Krankpop erscheint am 23. Juni über Ant-Zen digital sowie als quadratische 7"-Vinyl; zwei Tracks sind bereits vorab verfügbar.

Das Spannende daran ist weniger die Rückkehr bekannter Namen als die bewusste Reduktion. Der Synapscape-Mann und Babsi Teichner, mit der Münch verheiratet ist und die u. a. schon bei The Rorschach Garden und Mandelbrot mit ihm arbeitete, richten den Blick auf die Ursprünge ihrer gemeinsamen Klangsprache. Laut Infotext handelt es sich um eine „bewusste Übung in minimalistischer Beschränkung“. Genau daraus gewinnt Krankpop seine Schärfe.

6 Tracks mit Risiken und Nebenwirkungen

Die sechs Stücke bewegen sich zwischen postindustrieller Härte, reduziertem Electro, kalter Stimmführung und kaputten Pop-Fragmenten. Ant-Zen beschreibt die Architektur der EP als geprägt von „rauen, gebrochenen Texturen und monolithischen Rhythmen“. Dazu kommen düstere Miniaturen, harsche Geräuschanteile und präzise gesetzte Sequenzer-Linien, die anecken sollen. Trotzdem steckt darin ein eigentümlicher Pop-Gedanke: als deformierte Erinnerung an Melodie, Struktur und Wiederholung. Einige der Stücke tragen diese Spannung bereits in ihren Titeln. Mit Trust In Drugs findet sich außerdem eine Coverversion eines Stücks von M.O.A.T.A. Omen auf der EP, die bei Bandcamp vorbestellt werden kann.

Münch besorgte Stimmen, Synths, Rhythmen und Produktion, Teichner Metallpercussion und weitere Geräusche. Der schönste Satz aus dem Begleittext klingt fast wie eine medizinische Anweisung: „Reinige den Lärm. Stelle die Psyche wieder her. Krankpop ist deine Gesundheit.“