Warum? Weil sie es können! 14 Jahre nach ihrem letzten Album sind AAAK (As Able As Kane) zurück. Nicht mit einer nostalgischen Pflichtübung, sondern mit voller Wucht. Das Manchester/Salford-Kollektiv um Simon „Ding“ Archer und Paul R hat bei COP International unterschrieben.
Erster Akt: Mit Crash kündigen sie den Vorboten einer komplett neu gedachten Version ihres 1990 erschienenen Kultalbums Big Fist an.
Dass das Duo nie viel mit rückwärtsgewandter Verklärung anfangen konnte, macht die neue Ansage deutlich: „AAAK betreiben keine Nostalgie. Sie machen sie zur Waffe.“ Genau darum geht es hier: nicht um ein behutsames Restaurieren alter Aufnahmen, sondern um eine radikale Neuinterpretation mit heutiger Schlagkraft.
AAAK mit Original nie ganz zufrieden
Der Zeitpunkt dafür kommt nicht zufällig. Schon kurz nach Veröffentlichung des Originals auf dem legendären belgischen Label KK Records war die Band mit den damaligen Produktionsmöglichkeiten unzufrieden. Rückblickend bezeichneten AAAK das Album selbst als „naïve“ – „naiv“ –, roh produziert, ambitioniert, aber nie ganz so kraftvoll umgesetzt, wie sie es sich vorgestellt hatten. Mit dem nahenden 35. Jubiläum von Big Fist fiel deshalb die Entscheidung, das Material endlich so umzusetzen, „wie die Songs es immer verdient hatten“.

Crash liefert den passenden Auftakt. Der Track verbindet klassische EBM mit Punk und Manchester-Proto-Techno. Er wirkt laut Label so: „keine Vorwarnung, kein langsamer Einstieg, nur Einschlag“. Schnell, druckvoll, aggressiv und mit jener kalten britischen Kante versehen, die AAAK seit jeher leicht gefährlich wirken ließ.
Single Crash in zwei Versionen
Neben der Originalversion erscheint auch ein Dance Remix, der den Song noch tiefer in Richtung Club zieht – dunkler, schweißtreibender und kompromissloser. COP-Chef Christian Petke bringt das Comeback der Band treffend auf den Punkt: „Sie kehren nicht zurück, um Erinnerungen aufzupolieren. Sie kommen mit Zähnen zurück.“
Dass die Band nach der zwischenzeitlich als Abschied gedachten Compilation The Collection bei Electric Tremor Records überhaupt noch einmal in dieser Form auftaucht, dürfte viele überraschen. Doch statt eines Epilogs begann für AAAK damals eine neue Phase – mit weiteren Aufnahmen, Konzerten und Supportshows für Acts wie Pixies oder Red Hot Chili Peppers. Und jetzt ist noch mal alles neu.