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Frankophonie und Modeaffinität sind zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Vor rund 15 Jahren entdeckte Karl Lagerfeld sein Faible für den eingängigen Sound der französisch singenden Belgier Vive La Fête, die zuletzt im März 2018 mit ihrem Album Destination Amour von sich reden machten, ihrem ersten Longplayer seit 2013.

Es hallt im Wald

Bereits ein Jahr zuvor, nämlich 2012, reüssierte Mathieu Peudupin alias Lescop mit einem Debütalbum, mittels dessen er Vive La Fêtes einst so erfolgreichen Fashion-Party-Pop um die Andeutung einer finsteren Facette bereicherte. Schon der Name des Eröffnungsstücks La Forêt zwinge einen dazu, an den Cure-Klassiker A Forest zu denken, hieß es, zunächst hinter vorgehaltener Hand.

Und tatsächlich: Vom Post-Punk inspirierte Gitarrenriffs, vereinzelt eingestreut, sowie der an Ian Curtis gemahnende stechende Blick Peudupins bescherten Lescop im Zusammenspiel mit des Sängers einschmeichelndem Gesang und teils an der Kitschgrenze kratzenden Melodien Aufmerksamkeit und Erfolg. Nicht nur auf französischen Bühnen, sondern auch in den Feuilletons europäischer Kultur- und Nachrichtenmagazine sowie im Laufsteg-Umfeld, denn was Lagerfeld für Vive La Fête war, wurde Star-Designer Hedi Slimane für Lescop: ein sogenannter Edelfan und Förderer. Er setzte Peudupin für das Coverartwork seines Albums in Szene – ganz in Schwarzweiß, ganz im bewährten Joy-Division-Stil.

Sieht schick aus, doch halten die Inhalte, was die Verpackung suggeriert? Für die einen ist Lescop ein Versprechen für die Welt von morgen, für andere lediglich ein leises Echo jener vergangenen Zeit, in der Musik mehr zu sein schien als der Ausdruck der inhaltsleeren Soundtrack-Ästhetik in erster Linie kommerziellen Interessen unterworfener, oftmals narzisstisch verblendeter Modeopfer-Menschen. Wer hat recht?

Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Vermarktung, Verstand und Verklärung. Wohin Lescops Weg führt, wird die Zukunft zeigen. Sein nach sich selbst benanntes Debüt lässt neben unüberhörbaren Stärken ebenso viele Längen erkennen, doch genug künstlerisches Potenzial und das notwendige Gespür, das man benötigt, um sich für die richtigen Abzweigungen in der Kunst und im Leben zu entscheiden, ist Peudupin zuzutrauen.

[2012] [Pop Noire]

6.5Energy7.5Catchyness7Atmosphere7Editor's Rating
facebook.com/lescoplescop
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CD-Rezension, Review, Kritik
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VOLT Tonzone 11/22

 

Jeden Monat ein fetter neuer Mix für die VOLT-Community – das war mal der Plan. Aber wie es so ist und wie es dann so kommt: die liebe Zeit, die Release-Flaute während Corona ... hätte, wäre, wenn doch nur. Dennoch: Was Neues aus der VOLT Tonzone ist seit Monaten, ja Jahren, überfällig gewesen.

Deshalb Schluss mit den Ausflüchten – und her mit der Mische! 70 Minuten Gehämmer und Geknirsch, Gefrickel und Gedrön, Gedudel und Genuss. Der Sound zu den Features auf dieser Website, Aktuelles und schwer Empfohlenes zwischen Techno-Industrial, EBM, Dark Electro und Cold Wave in the mix. Play at maximum volume!


Tracklist VOLT Tonzone 11/2022:
The Soft Moon - Answers
General Dynamics - Interrogation Sequence
Terence Fixmer - Corne de Brume
Chris Liebing - Another Day (Radio Slave Remix)
Vexillary - Come As Your Madness
Buzz Kull - Fascination
Blac Kolor - Haka
Thorofon - Too Bright
Konkurs - Mind Stimulant
Mortaja - Smashed
TC75 - Words
Local Suicide - High Buildings w\ Lee Stevens (Die Selektion Remix)
Rina Pavar - The Things We Hide
Röyksopp - Me&Youphoria
Gin Devo - Only For Moments
Object - Hidden Perceptions
Spherical Disrupted - Adrastea (B)


Zu den früheren Mixen geht's hier

fourscher 2022 festival

 

Drei Tage noch, dann wird in das Fourscher Festival reingefeiert. Das Warm-Up mit DJ dRiLL ist zugleich Geburtstagsparty für Schuby, einen der beiden Veranstalter. Die Tickets dafür sind restlos verkauft, für das zweitägige Live-Spektakel können Kurzentschlossene aber noch Karten an der Abendkasse kaufen.

Syzygyx Josh Clark tot

 

Josh Clark, bis zum vorletzten Album Fading Bodies (2019) musikalischer Kopf von SYZYGYX, ist tot. Seine Ex-Partnerin Luna Blanc, die zuletzt solo agierte, verkündete die traurige Nachricht am Mittwochmorgen über die Sozialen Medien.

Depeche Mode Tickets 2023 Vorverkauf

 

Der Ticket-Vorverkauf für die Memento Mori Tour 2023 von Depeche Mode hat begonnen. Am Mittwoch konnten Inhaber eines Paypal-Accounts bereits auf limitierte Kontingente aller Kategorien zugreifen. Die Preise für die Karten rangieren etwa zwischen 80 und 140 Euro und gestalten sich nur unwesentlich höher als vor fünf Jahren, liegen zudem deutlich unter denen anderer Weltstars, die zuletzt deutsche Stadien beehrten.

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