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▻ REZENSIONEN

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Maurizio Bianchi (MB) „Armaghedon“
Maurizio Bianchi (MB) -
Maurizio Bianchi (auch als MB bekannt) ist und bleibt einer der rätselhaftesten Charaktere der europäischen Industrial-Szene. Die Anzahl seiner Veröffentlichungen seit 1979 ist ungezählt, zumal die Releases mitunter Bianchis eigenen Vorstellungen konträr entgegenstanden. 1984 wandte sich Bianchi für viele Jahre von der Musik ab und wurde aktives Mitglied der Zeugen Jehovas. Seine letzte Veröffentlichung vor diesem radikalen Einschnitt war der Soundtrack Armaghedon zu seinem erst 2015 veröffentlichten gleichnamigen Film.

Das Album erschien seinerzeit im Eigenverlag – physikalische Kopien des Originals waren jedoch von Beginn an schwer aufzutreiben, da Bianchi zwei Drittel der 300er-Auflage zerstörte und so nur sehr begrenzt Exemplare im Auflauf kamen. Im Laufe der Jahre erschienen jedoch mehrere Neuauflagen in verschiedenen Formaten. Verlag System hat für die jüngste Wiederveröffentlichung nicht nur das Audiomaterial neu gemastert, sondern auch das Artwork restauriert.

Verglichen mit anderen MB-Werken wie Symphony For A Genocide klingen die beiden seitenfüllenden Tracks geradezu lebensbejahend. So verwundert es nicht, dass Bianchi im Herbst 2020 die Aufnahmen neu verortete – weg von der Zerstörung, hin zu neuer Hoffnung. Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich Armaghedon durchaus als spiritueller Soundscape goutieren; mit endlosen Delay-Ketten wird hier der menschliche Geist durchschritten. Nicht auf der Suche nach seinen Abgründen, sondern seinem Potential.

Sascha Bertoncin [2021] [Verlag System]

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Julio Tornero „Palingenesia“
Julio Tornero -
Nach einer ganzen Reihe von Tape-only Veröffentlichungen, unter anderem auf RØAM, Cønjuntø Vacíø und Verlag System, veröffentlichen letztgenannte jetzt auch den Solo-Longplayer des spanischen Musikers. Nachdem sich Julio Tornero als Bandmusiker in der Vergangenheit mit kosmischer Musik (Polígono Hindú Astral) und Wave/Post-Punk (Antiguo Régimen) befasst hat, fokussiert er sich auf Palingenesia ganz auf minimalistischen Techno mit starkem Industrial-/EBM-Einschlag.

Unverkennbar, wer hier Vorbild stand: Esplendor Geométrico, Muslimgauze, Orphx und Dive. Bemerkenswert dabei ist jedoch, dass Tornero mit vergleichsweise cleanen Sounds zu einem scharfkantigen Ergebnis kommt. Siegmar Fricke (Bestattungsinstitut), der das Album produziert und gemastert hat, dürfte hierbei sicherlich Einfluss gehabt haben. (Nicht nur) für Anhänger eben genannter Szenegrößen eine sichere Bank in Sachen Tanzflächennachschub – auch wenn diese vorerst verwaist bleiben.

Sascha Bertoncin [2021] [Verlag System]

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Linea Aspera „LP II“
Linea Aspera LP II – Rezension
Aufsehen erregten Alison Lewis und Ryan Ambridge schon vor Jahren mit ihrem ersten Album. Das damals schlicht Linea Aspera betitelte Werk versprach 2012 der Auftakt einer großen Minimal-Synth-Erfolgeschichte zu werden – doch wenig später war unvermittelt Schluss. Ganze zwei Jahre, zwei EPs und ein einziges Album lang währte die erste (gar nicht mal so) kleine Erfolgsgeschichte dieser Band.

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INHALT „Simulation“
INHALT Simulation – Rezension
Während überall auf der Welt Mitarbeiter von Redaktionen, Rundfunkanstalten und Agenturen versuchen, kreativen und zugleich relevanten Content zu produzieren – mal mehr, mal weniger erfolgreich –, machen andere es sich leicht und schreiben den Inhalt einfach aufs Cover. So wie Matia Simovich und seine Mitstreiter, deren Projekt schlicht INHALT heißt. Klingt nachvollziehbar.

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Björn Peng „Volk Off!“
Björn Peng Volk Off! – Rezension
5, 4, 3, 2, 1 ... die einst so stolze Raumfahrernation USA hat zwar schon seit Langem keinen Mann mehr auf dem Mond, doch seit Ende Mai endlich wieder zwei Lebewesen im Weltall. Menschen, genauer gesagt. Zum ersten Mal seit neun Jahren startete von amerikanischem Boden aus ein bemanntes Raumfahrzeug in den Orbit.

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Chrome Corpse „Anything That Moves“
Chrome Corpse -
Es gibt Platten, die lösen etwas aus. Weil sie einen ganz bestimmten Nerv treffen, weil sie etwas im Kopf passieren lassen oder weil sie Kommandos an bestimmte Muskeln aussenden. Platten, die in gewisser Hinsicht gefügig machen. Das Debütalbum von Chrome Corpse ist womöglich ein solcher Kandidat.

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