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Musiker und ihre Katzen, Katzen und ihre Musiker: Tausendfach geführte Beziehungen von besonderem Schlag. Unfassbar süß sind sie, die kleinen haarigen Partner, so anhänglich und lieb ... oftmals ... zumindest manchmal. Denn bevor ein Mensch, egal ob Musiker oder nicht, sein Herz an eine Katze verschenkt, sollte er sich über eines im Klaren sein: Das Tier ist der Chef, der Mensch ist Lakai. Was verbindliches Ritual ist, wird von der Katze bestimmt. Auch dessen exakte Uhrzeit und Dauer.

Pflichtveranstaltungen sind Schlafen, Fressen und Kuscheln. In Haushalten mit musikalisch begabten Künstlern muss jedoch auch Musikmachen mit Teildisziplinen wie Komponieren, Produzieren und Jammen Platz finden. Diese Berufung, selbst wenn sie von der Katze grundsätzlich toleriert wird, birgt Konfliktpotenzial, stellt die Beziehung nicht selten auf die Probe. Bei vielen Künstler-Katze-Gemeinschaften ist die Musik aber auch wichtiger Anker und liebster gemeinsamer Zeitvertreib. VOLT liefert die Beweise:


Vor wenigen Wochen hat Fade Kainer in Chicago ein neues Album von Statiqbloom fertiggestellt und ist nun zurück zu Hause in Brooklyn, NY, wo er sich mit seinem Kater vor dem Corona-Virus verschanzt hat. Fade: „Meine Katze heißt Speedy. Er sitzt immer neben mir oder auf meinem Schoß, wenn ich Musik mache. Er liebt es auch, im Winter hinter meine elektronischen Geräte zu kriechen, um deren Wärme zu spüren.“



Drei Katzen wohnen bei Aga Wilk von Romance Disaster: Der schwarze Kafka und der getigerte Midi (Brüder, beide 11, aus Kopenhagen) sowie ein Mädchen aus Polen: Wiesia (8), die nur drei Beine hat.
Aga: „Die drei lieben sich wirklich, sie spielen und schlafen auch zusammen. Als ich Wiesia adoptierte, hatte sie Probleme mit einem Beinchen, das dann amputiert werden musste. Aber sie kommt super damit klar, ist energiegeladen und mag Menschen. Kafka ist der Chef, ein absolutes Alphatier, aber er ist auch sehr liebevoll und sanft. Midi ist ein extrem sensibler Kater und sehr, sehr schüchtern. Er ist ein großartiger Springer – ganz so, als gäbe es die Schwerkraft für ihn nicht.“



Mark Wheeler (Ex-Love Like Blood): „Ich habe Nutz seit gut sechs Jahren, aber es ist wohl passender zu sagen, dass er seit sechs Jahren mich hat. Er ist, wie alle orientalischen Katzen, sehr bossy und dominant. Immer, wenn ich Gitarre spiele, habe ich das Gefühl, dass er mir das großzügigerweise erlaubt, aber dass es in seinen Augen meine wirkliche Bestimmung ist, sein menschliches Kissen zu sein.
Er hat verschiedene Strategien, mich zu unterbrechen: beispielsweise so nah an der Tastatur zu sitzen, dass ich sie nicht bedienen kann, oder mich mit einem traurigen, aber bewundernden Blick zu beobachten. Wenn er damit aufhört und sich in einen anderen Raum zurückzieht, heißt das nicht etwa, dass ich nicht unter seiner Beobachtung stehe. Er ist anbetungswürdig und mein Leben wäre nur halb so schön ohne ihn.“



Oliver Chesler ist es nicht gelungen, ein gemeinsames Foto von sich und seinen beiden Katzen zu machen. Das haarige Duo ist „fucking crazy“, sagt der Musiker, der besser als The Horrorist bekannt ist. Er stellt seine Mitbewohner wie folgt vor:
„Hier sind meine beiden Studiohelfer: Niniku, was japanisch ist und ‚Knoblauch’ bedeutet, und Tiffy. Beide sind sieben Jahre alt. Tiffy stammt aus der Bronx und Niniku aus Paris. Niniku wurde gerade rasiert und sieht jetzt aus wie ein kleiner schwarzer Löwe. Er liebt die Hitze, die von meinen Vintage-Racks ausgestrahlt wird. Tiffy hingegen klaut lieber die Kabel.”



Stefan Netschio von Beborn Beton: „Gizmo und Scratchy sind die Creative Directors im Hause Beyer/Netschio. Während Scratchy seiner Mutti nicht von der Seite weicht und ihre Fotografie- und Gesangsarbeiten überwacht, sieht sich Gizmo eher als Executive Producer im Recordingstudio. Er weiß genau, wann eine Kick genug kickt und wann der Bass erst richtig drückt. Und mitunter sorgen beide dafür, dass das Tracking und Schneiden der Vocal-Takes zur Geduldsprobe wird.“



Blac Kolor liebt nicht nur blac kats. Ingrid und Bergman sind Geschwister, fünf Jahre alt, treue Studiobegleiter und offenkundig nach einer berühmten schwedischen Schauspielerin benannt.
Hendrick Grothe: „Ingrid ist eher die Feel-Good-Managerin mit Faible für Kissen und alles Nichttechnische beziehungsweise Analoge. Bergman dagegen ist der Inbegriff eines Synth-Nerds und voll durchdigitalisiert. Er steht massiv auf VSTs, legt sich aber auch gern auf Korg- und Moog-Geräte.“



Misanthrop mit alten Synthesizern und Katze? Dieses Klischee bedient Peter Siemandel a. k. a. Zynic sehr gern, denn: „Es war Liebe! Und zwar auf den ersten Blick damals, als sich die kleine Plüschkugel mutig im Tierheim vor mir aufgebaut hat.“ Seit 13 Jahren darf der Synth-Popper bei Spooky wohnen, sich mit ihr die besten Schlafplätze und diverse andere Leidenschaften teilen.
Peter: „Die Dame ist etwas eigen. Sie schläft selig, während viel zu laute Platten von Cannibal Corpse laufen, sie liebt Käse, aber keine Mäuse, ignoriert teures Spielzeug, aber rast gern in Packpapierhaufen, sie knurrt den Briefträger vom Fenster aus an und schnurrt Depressionen mit Lachs-/Krabbe-Atem auf meiner Brust liegend weg.“ Spooky selbst ist auch manchmal weg, nämlich dann, wenn Castingshows im TV laufen.



Mahk Rumbae (Codex Empire) umgibt sich mit Katzen, seitdem er in den Neunzigern zu Hause ausgezogen ist. Ohne Gibby (ca. 8) und Josie (ca. 10), beide aus dem Tierheim, zu leben, kann er sich nicht vorstellen: „Gibby sieht aus wie ein Panther, aber er ist der süßeste, sanftmütigste, freundlichste Kater überhaupt. Er hat beeindruckende Krallen, ist aber nie in der Stimmung, sie auch zu benutzen. Als wir ihn damals als Kitten bekommen haben, saß er immer auf meiner Schulter, wenn ich durch die Wohnung gelaufen bin – und er macht das auch heute noch gerne.
Josie, die mit vollem Namen Josephine heißt, verbringt die meiste Zeit des Tages mit mir im Studio, meistens schlafend auf dem Sofa. Sie macht einen komisch krächzenden Sound, wenn sie versucht, zu miauen, was vermutlich einer früheren Verletzung geschuldet ist. Sie liebt es, auf ihren Hinterbeinen zu stehen, und folgt mir durch die Wohnung wie ein verlorener Hund. Beide lassen sich auch von dem konstanten Lärmpegel bei mir nicht stören.“



Full House auch bei Marcel Van Blumen alias 100blumen! Der Industrial-Punk wird ganz sanft, wenn es um seine Lieblinge geht: Kater Tigger und Katze Floh waren beide 19 Jahre alt, als er sich 2018 von ihnen verabschieden musste. Die Tracks Puce (franz. für Floh) und Tigre seines Seitenprojektes Van Bloomen widmete der Düsseldorfer seinen verstorbenen Katzen.
Aktuell leben noch Gataki, die Marcel in Griechenland gefunden und mit nach Hause genommen hat, und Maya, ebenfalls eine Griechin, bei ihm. „Maya ist unser Neuzugang, sie bekommt auch noch ihr Lied“, freut sich Marcel. Auf der Bühne wird er bisweilen selbst zum Raubtier: Seine Solo-Gigs startet er nicht selten mit Katzenmaske.



Torben Schmidt (Infacted Recordings, Suicide Commando, Lights Of Euphoria): „Minou ist ein Findelkind, aus einem Tierasyl befreit. Sie ist seit etwa fünf Jahren bei mir, circa sechs Jahre alt, Freigängerin und meine tägliche Begleiterin. Minou mag Stille und Vogelgezwitscher. Sie ist sehr anhänglich und steht auf Laptops. Wo immer ich sitze, sitzt sie auch. Charakterlich ganz klar eine Diva.“



Espe von der spanischen Post-Punk-/Cold-Wave-Band DILK schickte VOLT ein ganz neues Foto. Es zeigt die Bassistin mit ihren zwei Katzen Gordo (bedeutet Dickerchen) und Umi (Tribut an Uma Thurman) in Corona-Quarantäne.
„Beide sind adoptiert und neun Jahre alt. Mein Mitbewohner hat schon 42 Fotos gemacht, aber Umi wollte einfach nicht in die Kamera schauen. Stattdessen hat sie mich lieber in die Hand gebissen – wie immer. Wenn ich im Bett Bass spiele, möchte Gordo prinzipiell beflauscht werden, während Umi ins Kabel oder in die Saiten beißt“, erzählt sie.



Kalle Lindberg (Cardinal Noire, Protectorate): „Silja ist seit über zehn Jahren meine verlässliche Studiopartnerin. In letzter Zeit, seit sie etwas älter ist, hat sie ihr Interesse an Musik ein wenig verloren, außer, wenn ich mal völlig danebenliege. Gibt es zum Beispiel ernsthafte Probleme beim Mix, dann legt sie ihr Veto ein. Außerdem hat Silja eine Abneigung gegen Rough Stems. Aber sie mag offenbar Jam-Sessions mit VCO-Synths und Delay-Texturen: Wenn ich etwas in dieser Richtung mache, hängt sie immer bei mir rum.“



Mit Musiker und Producer-Koryphäe Krischan Wesenberg und seiner Frau Martina leben M und Q, benannt nach James Bond-Figuren und folgerichtig Kater der Rasse Britisch Kurzhaar. Krischan: „Beide sind gerade sechs geworden und kommode Wurfgeschwister, die sauber durchgestimmt schnurren, gurren und zeitweise schnarchen. Die beiden werden keine Freunde von unserem Saugroboter, aber das gehört sich auch so. Zuletzt konnte ich bei ihnen eine schwere Allergie gegen Blockflöten diagnostizieren, was sie mir noch sympathischer macht.“




Bonus-Material: Die VOLT-Katzen (Auszug)




Jetzt auch Lust auf einen kleinen flauschigen Mitbewohner bekommen? Oder einfach nur darauf, etwas Gutes zu tun und ein bisschen Katzenfutter zu spenden? Dann helft zum Beispiel den von der VOLT-Crew höchst subjektiv ausgewählten Tierschutzvereinen → Tierheim Gelsenkirchen und → Straßenkatzen Köln – oder jedem Tierheim bei Euch um die Ecke!
Adopt, don’t shop! ♥


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