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Schon vor gut zehn Jahren organisierte er in Berlin die Crossing The Parallel-Events und Hammer & Nail-Partys: Herrlich undogmatische Mischungen von DJs und Live-Acts aus den Bereichen Techno, EBM, Industrial und experimenteller Elektronik. Damit war Adam X einer der ersten, die Genregrenzen einrissen und zusammengefügt haben, was zusammengehört. Heute ist es total angesagt, diese Stile zu mischen. Da werden in Techno-Läden Tracks von Nitzer Ebb oder Front 242 abgefeiert, legen Helden wie Rhys Fulber (Front Line Assembly) oder Eric van Wonterghem (Monolith) in Berghain und Tresor auf.
Das ist auch sein Verdienst. Weil er niemals locker ließ und seinen harten Stiefel konsequent durchzog – als DJ und Veranstalter, als Betreiber des Labels Sonic Groove und nicht zuletzt als Musiker, der regelmäßig neue Alben und EPs veröffentlicht, die eine Art Spiegel der aktuellen Szene darstellen. Adam X, geboren in New York City, in der deutschen Hauptstadt längst sesshaft, sucht nicht nach Trends, er setzt sie.


crossing the parallel party berlinWas bedeutetet diese Entwicklung und vor allem der neuerliche Hype um EBM für dich?
Es ist großartig, dass sich diese Parallelen gekreuzt haben! Ein wunderbares Gefühl, wenn man etwas so lange Zeit so hart pusht und dann zuschauen kann, wie es endlich Früchte trägt! Ich liebe es vor allem, die Meister der EBM-/Industrial-Szene wie Eric oder Rhys in die Techno-Welt zu bringen – sie sind Innovatoren elektronischer Musik und verdienen es, gehört zu werden – nicht nur in einer Szene, sondern in vielen.

„Eric van Wonterghem oder Rhys Fulber verdienen es, gehört zu werden – nicht nur in einer Szene, sondern in vielen.“


Was hat deiner Meinung nach zu diesem Dogmenwechsel beziehungsweise dieser neuen musikalischen Aufgeschlossenheit geführt?
Schwierig, das genau zu benennen. Es hat hier in Berlin ganz langsam begonnen, am Anfang dieses Jahrzehnts, mit Acts wie Ancient Methods, Orphx, Perc und mir selbst. Harter, kantiger Techno war um den Jahrtausendwechsel herum echt uninspiriert, und langsamerer Minimal-Techno beziehungsweise Tech-House dominierten die Szene zunächst für gut sechs Jahre. Ich habe nie wirklich verstanden, warum sich so softer Techno derart lange halten konnte. Aber ich wusste, wenn ich weiterhin beharrlich harte Beats auftische, würden sie sich irgendwann wieder durchsetzen. Und heute geht genau dieser Sound wieder voll durch die Decke. Und es sieht nicht so aus, als würde sich der Trend in absehbarer Zeit ändern

Du bist schon immer ein großer Fan von Click Click, Clock DVA oder Dopplereffekt. Heute bist du mit vielen dieser Ikonen befreundet. Wie ist das für dich, beispielsweise zusammen mit Rhys Fulber unterwegs zu sein oder aufzulegen?
Es ist großartig, diese Künstler nicht nur zu kennen, sondern ihre Musik zu veröffentlichen und, wie beispielsweise im Fall von Rhys, wirklich gut befreundet zu sein. Ich bin Blush Response wirklich sehr dankbar für die Herstellung des Kontakts zu ihm! Es fing nämlich damit an, dass Blush mir vor zwei Jahren in seinem Studio unveröffentlichte Musik von Rhys’ Soloprojekt vorspielte. Ich war sofort angefixt und Blush stellte die Verbindung zwischen uns her, die dann schnell zu einer sehr engen Verbindung wurde. Und dann gibt es da natürlich noch weitere Freunde, wie Terence Fixmer, Douglas McCarthy oder Eric von Monolith. Eric ist mein bester Freund aus der alten Riege. Wir arbeiten seit vielen Jahren sehr eng zusammen; er übernimmt seit langer Zeit alle Masterings für mein Label und wohnt nur 20 Minuten von mir entfernt.



Ich mache oft Witze mit meinem alten Freund und Künstlerkollegen Reade Truth, der mit mir in meinem einstigen Plattenladen in New York City gearbeitet hat. Er brachte mich auf all die alten EBM-Bands. Als ich damals dann Click Click und das Sector-Projekt von Dean Dennis von Clock DVA auf meinem Label herausbrachte, war er regelrecht schockiert, dass ich gerade Musik von zweien seiner größten Einflussgeber veröffentlicht hatte. Kurz danach, 2004, buchte ich Eric van Wonterghem für einen Gig in NYC und machte Reade mit einem weiteren seiner Idole bekannt. Als ich dann verkündete, dass ich auch noch von Fixmer/McCarthy und Rhys Fulber Singles rausbringen würde, fragte ich Reade „na, was sagst du jetzt?“. Ich liebe es, mit ihm darüber Scherze zu machen, da er Jahre gebraucht hat, mich zu überzeugen, EBM und Industrial zu hören.
Anfang/Mitte der 1990er, als Techno seinen innovativen Höhepunkt erlebte, war ich anderer elektronischer Musik gegenüber sehr unaufgeschlossen. Auch wenn ich jetzt seit fast 20 Jahren auf Industrial und EBM stehe, gibt es zuvor eine nahezu zehnjährige Lücke, während der ich diese Musik einfach nicht auf dem Schirm hatte. Ich bedauere das sehr, aber auf der anderen Seite denke ich nicht, dass ich dafür aufnahmefähig gewesen wäre. Für mich kam diese Musik genau zur richtigen Zeit und fiel sofort an ihren Platz.

„Für mich kam diese Musik genau zur richtigen Zeit und fiel sofort an ihren Platz.“


Du bist selbst ein Pionier im Techno-Bereich und auch heute noch sehr erfolgreich, sowohl als DJ wie auch als Musiker und Label-Betreiber. Was hat dich all die Jahre motiviert? Und was ist für dich der größte Unterschied zwischen früher und heute?
Die Liebe für die Musik, in Vergangenheit und Gegenwart, treibt mich an. DJing ist nie langweilig für mich und über ein großes Soundsystem Musik für Leute zu spielen, inspiriert mich dazu, Musik zu machen und das Label zu betreiben.
Der Unterschied zwischen jetzt und den frühen 90er-Jahren ist krass. Bis in die Mitte des Jahrzehnts hatte kaum jemand Internet. Daher war die Welt nicht ansatzweise so vernetzt, wie sie es jetzt ist. Man dachte viel mehr über Musik und die Künstler dahinter nach. Zudem war die Musik im Techno-Bereich komplett gesichtslos, das waren ja keine Bands, die auf einer Bühne spielten. Viele Techno-Produzenten waren weder DJs noch Performer. Deswegen haftete dieser Musik und der Szene selbst etwa Mysteriöses an. Man konnte nicht einfach googeln, wie jemand aussieht, oder einem Künstler in den sozialen Medien folgen. 

„Jeder Ort hatte seinen eigenen Sound, während heutzutage Musik deutlich globaler klingt.“


Außerdem gab es nur wenige Fanzines und Magazine, dafür aber viele Underground-Publikationen, die allerdings immer in der jeweiligen Landessprache geschrieben waren, wie beispielsweise Frontline aus Deutschland. Wenn man auf Underground-Musik stand, musste man diese in lokalen Plattenläden suchen und wenn man dort Pech hatte, Detektiv spielen und irgendwo in der Welt einen Shop ausfindig machen, der einem einen Musikkatalog zuschickt, aus dem man dann – ohne einen einzigen Soundschnipsel gehört zu haben – bestellen konnte. Es war wirklich ein deutlicher Unterschied im Vergleich zu heute! Selbst die Musik war soundtechnisch viel regionaler.
Beispielsweise hatte die EBM, die in Frankfurt in den späten 80ern und frühen 90ern angesagt war, einen komplett anderen Sound, als ihr belgischer Counterpart. Dasselbe gilt für Techno und die jeweiligen Styles aus Detroit, NYC, Deutschland und so weiter. Jeder Ort hatte seinen eigenen Sound, während heutzutage Musik deutlich globaler klingt. Damals konnte man fast immer sagen, aus welcher Stadt und aus welchem Land ein Track stammt. Es ist jetzt viel schwieriger, einen Song zu hören und zu sagen „oh, der hört sich an, als wenn er aus Belgien käme“.




Wie sieht die elektronische Szene in den USA derzeit aus? Gibt es dort ähnliche Entwicklungen?
Mitte der 90er-Jahre hatte elektronische Undergroundmusik nahezu ganz Amerika erreicht. Es sah so aus, als würde es sich dort so entwickeln, wie es in Europa schon seit mehreren Jahren der Fall war. Ende der 90er begann dann das Aussterben dieser Multi-Staaten/-Städte-Szenen. Hauptgrund dafür war, dass Regierung und Polizei bei – teils illegalen – Underground-Partys hart durchgriffen, wegen des extremen Ecstasy-Konsums. In vielen kleineren Städten in den USA hatten Nachtclubs ohnehin schon sehr restriktive Sperrstunden, meist zwischen 1 und 2 Uhr nachts. Das wiederum hat Outlaw-Partys, welche die ganze Nacht gingen, hervorgebracht.
All die Underground-Partys, die verboten wurden, haben es für Veranstalter quasi unmöglich gemacht, größere internationale Acts in einem legalen Clubrahmen zu buchen. Das hatte einen massiven Effekt darauf, neue Leute für Musik zu gewinnen, die es nicht im Radio oder TV zu hören gab. Und so ist die Szene in eine Abwärtsspirale geraten. Sie hat sich nie wieder erholt oder das Level erreicht, auf dem sie mal gewesen ist. Das Gute in den letzten Jahren ist, dass die Underground-Musikszene in vielen Städten der USA wieder gewachsen ist. Dieses Mal allerdings auf einer viel kleineren Basis als in den 90ern, mit Ausnahme von NYC, wo die Szene in der letzten Dekade völlig explodiert ist. Dort gibt es derzeit eine sehr große Techno-Szene und die ist recht nah am Style von europäischen Techno-Partys.


Drei Lieblingssongs:
1. Black Sabbath Into The Void: Der erste Song, der mich Musik gedanklich mit Raumfahrt verbinden ließ. Ein großes Thema für mich und bei vielen meiner Produktionen.
2. Kraftwerk Numbers: Das höre ich seit 1982 und es haut mich noch immer um.
3. Strafe Set It Off: Electro von 1984 aus New York City. Der Soundtrack zum Erwachsenwerden im Brooklyn der 80er-Jahre.

Bestes Album 2018:
Rhys Fulber Your Dystopia, My Utopia. Die Komposition der Musik, das Sounddesing und die Rhythmik sind mit nichts zu vergleichen. Ein großartiges Album von vorn bis hinten. Durchweg ein Killer, keine Filler.

Vielversprechendster Newcomer:
Crystal Geometry, obwohl er schon eine Weile aktiv ist. Ich habe gerade eine EP auf meinem Label veröffentlicht. Im letzten Sommer hatte ich seine Musik erstmals gehört, bei einem Livegig im Tresor. Er schickte mir einige seiner EBM-lastigen Sachen, die mich sofort packten. Ich liebe die Oldschool-Vibes in Kombination mit äußerst zeitgemäßer Produktion und modernem Sounddesign.


adam x recon mission album cover artwork



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