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Die einen spielen live, weil sie ein Album promoten wollen oder müssen, andere tun es ohne konkreten Anlass und ohne nennenswerte Vorlaufzeiten. Die Veranstalter von Herzschlag, hauptsächlich in Berlin lebende Italiener, holen prinzipiell nur Acts und DJs zu ihren Events, auf die sie selbst stehen, für die ihre Herzen schlagen. Eine begrüßenswerte Herangehensweise, die oftmals zu interessanten stilistischen Kreuzungen führt und Konzerte von Bands ermöglicht, die es eigentlich gerade gar nicht gibt. Das letzte Album von Pankow jedenfalls liegt schon mehr als fünf Jahre zurück. Ein neues ist zwar im Begriff zu entstehen, doch noch viele Monate von seiner Finalisierung entfernt. Egal: Am 2. Februar war die italienisch-belgische Freundschaft, die weltbekannt ist für ihre Electro/EBM/Industrial-Kreationen mit künstlerischem Anstrich, ins Urban Spree inmitten des Nightlife-Epizentrums der Hauptstadt eingeladen. VOLT war dabei und im Anschluss mit Bandchef Maurizio Fasolo und Sänger Bram Declercq zum Interview verabredet.


Wie war der Gig für euch?
B: Wir hatten richtig viel Spaß, weil das ein echter Club ist. Hier wird coole Musik aufgelegt und die Leute, die hierher kommen, sind genau das Publikum, für das wir sehr gerne spielen.

Ihr habt neue Bandshirts getragen, auf denen kyrillische Schrift und das schemenhafte Gesicht einer Frau zu sehen sind …
B: Das ist meine Frau, und die Schrift ist Russisch - ein lustiges Gimmick, übersetzt Never Trust A White Man. Das ist der Titel unseres neuen Albums. Wir haben dasselbe Shirt auch auf der USA-Tour getragen, nur mit dem Pankow-Logo drauf. Für das Konzert heute haben wir aus Spaß noch mal neue gemacht.

pankow live berlin 2019
Warum ausgerechnet Never Trust A White Man als Albumtitel?
B: Warum nicht? Warum sollte man einem weißen Mann über den Weg trauen?! Das ist aber auch ein Satz aus einem Gedicht von Ernest Hemingway. Im Intro verwenden wir das komplette Gedicht.
M: Da steckt aber noch mehr dahinter. Diese ganzen weißen amerikanischen Männer, wie Trump und so …
B: Eigentlich alle Führer …
M: Vor allem Trump!
B: Das ist typisch für Pankow – es gibt immer eine Message, aber es ist nie die offensichtlichste.
M: Es ist quasi eine Gedankenübung.
B: Viele Leute wären schockiert, wenn sie den Schriftzug direkt lesen könnten, denke ich. Aber auf der anderen Seite bringt es auch nichts, wenn man nicht darüber nachdenkt.

Wie weit seid ihr mit dem neuen Album?
B: Wir sind noch mittendrin. Es wirkt wie eine Arbeit, die niemals beendet sein wird, aber wir machen immerhin Fortschritte. Die Sache ist, dass wir wirklich gutes neues Material haben und wir das Beste daraus herausholen wollen. Heute Abend haben wir beispielsweise ein paar Tracks vom neuen Album gespielt. Zuvor gab es auch schon den einen oder anderen Liveeinsatz. Es ist gut, dass wir schon neue Songs spielen und so testen können, wie das Publikum darauf reagiert. Dann können wir im Nachgang noch ein wenig an den Schrauben drehen und Details verbessern.

… oder vielleicht einen Song komplett verwerfen?
B: Oder ihn zumindest nicht live spielen. In unseren Sets ändern wir immer wieder etwas, wenn wir merken, dass zum Beispiel ein Track etwas zu langsam ist und nicht funktioniert. Aber genau das macht die Sache auch interessant! Aber die alten Songs müssen wir natürlich so oder so spielen.

„Ohne Alex Spalck wäre Pankow nicht Pankow!“


Es ist mehr als fünf Jahre her, dass mit And Shun The Cure They Most Desire das bis dato letzte Album veröffentlicht wurde. Was habt ihr in der Zwischenzeit gemacht?
B: In Australien haben wir die Vocals für das neue Album aufgenommen, zusammen mit Alex Spalck – er muss einfach mit dabei sein, egal wie man es dreht und wendet. Er lebt zwar sehr weit weg, was es nicht wirklich einfacher macht, aber ohne Alex wäre Pankow nicht Pankow! Er schreibt noch immer Lyrics, die wir dann adaptieren, vielleicht etwas daran ändern. Und er hat dieses Mal auch mit an den Melodien gearbeitet. Er möchte den Songs eine Art Gefühl geben. Dann arbeiten wir damit weiter und formen alles zu einem Song. Es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten, aber nach Australien zu reisen hat wirklich viel Zeit in Anspruch genommen.
M: Ich schreibe Alex jetzt mal eine WhatsApp-Nachricht! Bei ihm ist es gerade morgens. Vorhin hab ich ihm schon ein paar Fotos von der Show geschickt.

Alex ist also die ganze Zeit irgendwie mit dabei …
B: Ja, wir stehen in regem Kontakt, wöchentlich. Wir schicken Sachen hin und her und fragen ihn nach seiner Meinung. Das Internet ist eine kleine Welt.
M: Entfernung ist heute ja ohnehin relativ.

Es ist also kein Problem, dass ihr alle so weit voneinander entfernt wohnt?
B: Nein. Wir schicken regelmäßig Nachrichten und tauschen uns aus, täglich oder zumindest wöchentlich.
M: Ich bin auch oft bei Bram zu Hause oder er besucht mich in Italien.
B: Es ist natürlich schon ein wenig anders, als würden wir direkt um die Ecke wohnen, aber es ist einfach nur eine andere Dynamik, die auch cool ist.

pankow live berlin 2019 2
Bram, hat die Geburt deines Sohnes im vergangenen Jahr deine Arbeit als Musiker beeinflusst?
B: Nicht wirklich. Der einzige Unterschied ist, dass wenn Maurizio uns besuchen kommt, er auf unseren Sohn aufpassen kann und wir mal ein wenig Ruhe haben [lacht]. Mein Sohn ist auch schon mit uns zu einem Auftritt nach Spanien gekommen, er ist einfach Teil der Familie. Es ist schön, wenn er dabei ist, auch wenn er das noch nicht so mitbekommt. Aber gerade in der Zukunft wird das sicher richtig cool werden!

„Wenn man zu sehr auf ein Genre fixiert ist, tendiert man zur Nachahmung.“


Maurizio, verfolgst du das aktuelle Szenegeschehen?
M: Ich habe mich von Anfang an nie wirklich für eine bestimmte Szene oder bestimmte Bands interessiert.
B: Er ist da nicht sehr spezifisch.
M: Deswegen kann ich jetzt auch nicht wirklich sagen, was ich derzeit so höre, weil es mich eigentlich nicht interessiert.
B: Er hört so ziemlich alles. Das eine Album von einer Band kann schlecht sein, das andere dann wieder gut.
M: Natürlich hatte ich in den 80ern und 90ern bestimmte Inspirationsquellen, aber das war nur am Anfang so.
B: Dasselbe gilt auch für mich. Natürlich mag ich viel aus der Szene, aber das ist nur die Hälfte von dem, was ich höre. Ich höre auch klassische Musik. Einfach alles, was interessant ist – und davon gibt es eine ganze Menge! Ich denke, wenn man Musik macht, ist das auch notwendig, denn wenn man zu sehr auf ein Genre fixiert ist, tendiert man zur Nachahmung. Je weiter der eigene Horizont ist, desto interessanter ist es für einen, neue Sachen zu entdecken und selbst zu machen. Maurizio geht es da genauso.

Thema Experimentieren: Seit einiger Zeit arbeitet ihr an einem Projekt, mit dem ihr nur Coverversionen aufnehmt. Wie ist hier der Stand der Dinge?
M: Wir covern nicht die üblichen Songs, sondern solche, die wir vor langer Zeit einmal mochten und auch welche von heute, die aber nicht aus unserer Szene kommen.
B: Alex übernimmt alle Vocals und hat sie auch komplett selbst aufgenommen. Maurizio hat das meiste der Musik produziert und ich habe ein paar Sounds beigesteuert sowie einen Track komplett neu gemacht. Diese Zusammenarbeit ist sehr inspirierend; jeder macht zwar sein eigenes Ding, aber über kurz oder lang wird daraus etwas Großartiges.


Gibt es hierfür schon einen Veröffentlichungstermin?
M: Nein, ein Termin steht noch nicht fest, aber ich hoffe, dass es noch dieses Jahr soweit sein wird.
B: Viele der Songs sind auch schon so gut wie fertig.

Und wie sieht es mit dem Timing für das neue Pankow-Album aus?
B: Da gibt es auch noch kein festes Datum. So leid es mir tut – es wird noch ein wenig länger dauern. Vermutlich auch nicht mehr in diesem Jahr, aber Anfang nächsten Jahres sollte alles fertig sein. Wie ich schon gesagt habe: die Songs vor Veröffentlichung live zu spielen ist wirklich ein Vorteil von unschätzbarem Wert, nicht nur für mich, um diese zu proben, sondern um sie überhaupt zu testen. Und natürlich haben wir auch alle normale Jobs, sodass alles einfach etwas braucht. Wir nehmen uns die Zeit, die wir brauchen, um dieses Produkt fertigzustellen. Es ist auch nicht so, dass wir zu einer bestimmten Deadline fertig sein müssten. Das einzige, was wir müssen, ist weiterzumachen, im Flow bleiben.

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