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„Dass EBM und Industrial schon seit den Achtzigern mein Ding sind, hört man deutlich.“

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Das gilt insbesondere dann, wenn ein letztes seiner Art ansteht. Wenn eine Ära zu Ende geht, wie diese. Nach dem 20. Maschinenfest ist Schluss – schlicht unvorstellbar für die Collapsing People, die zu Hunderten nach Oberhausen kamen, um dieses eine Mal noch Industrial Soundscapes vor ganz großer Kulisse zu hören, oder besser: zu fühlen.
Unter ihnen auch Bert Lehmann. In der einen Hand eine Flasche Bier, in der anderen ein Karton CDs, den er just von seinem Labelchef in Empfang nahm, kreuzt er den großen Parkplatz vor der Turbinenhalle. Moooment mal, Herr Lehmann, wir haben etwas zu besprechen! Und das befindet sich in ihren Händen.


Zum Wohl, Bert! Immer hier?
Die ersten Jahre sind leider fast an mir vorbeigegangen, aber seit 2009 bin ich regelmäßig und jeweils das komplette Wochenende beim Maschinenfest. Für Industrial und andere elektronische Musikrichtungen habe ich mich natürlich schon vorher interessiert. Schon immer.

Ein Pflichttermin also?
Ja. Die Nähe zu den Musikern und die vielen Gleichgesinnten hier sind faszinierend. Das ist auch ein Grund für mich gewesen, endlich was Eigenes auf die Beine zu stellen. Das war schon sehr lange ein Traum ...

... der keiner mehr ist!
Erst der Plattendeal mit audiophob und 2014 stand ich schließlich selbst auf der Bühne in der Turbinenhalle. Das ist ein absolutes Highlight gewesen. Aber auch die etwas kleineren Festivals wie Elektroanschlag oder Krachbar, bei denen ich schon mit Mortaja aufgetreten bin, sind immer großartig.

mortaja karstedt 2018 interview maschinenfestStichwort Mortaja und nochmals Prost. Denn: Dein neues Album ist pünktlich zum MF fertig geworden. Ich wette, im Karton befinden sich etwa 25 Combined Minds-CDs.
Exakt! Prost!

Hattest du zwischenzeitlich Zweifel, was den Zeitplan anbelangt, oder ging alles glatt?
Wir wollten das längst fällige Mortaja-Album unbedingt zum Maschinenfest fertig haben. Zum Schluss wurde es noch mal eng. Als alles für das Presswerk fertig schien, sind bei der letzten Kontrolle noch ein paar Knackser aufgefallen, die so nicht sein sollten. Keine Ahnung, wo die auf einmal herkamen. Also mussten die Tracks nochmal überarbeitet werden. Ich bin sehr froh, dass alles noch hingehauen hat.

Musikalisch sorgst du für eine richtige Überraschung. Eine gelungene. Wie kam es zu diesem stilistischen Bruch?
Ich habe live zuletzt nur die tanzbaren Stücke gespielt. Es macht einfach mehr Spaß, wenn die Leute mitgehen. Da kam mir der Gedanke eines zweiten Projekts. Schließlich ist es dann ein neues für die ruhigen Stücke geworden namens Torn From Beyond. Bei Mortaja war nun richtig Luft nach oben. Dass EBM und Industrial schon seit den Achtzigern mein Ding sind, hört man deutlich. Finde ich.

„Bei Mortaja war nun richtig Luft nach oben.“

Hört man. Und du triffst damit auch exakt den Nerv einer nachwachsenden Generation, die mit dem EBM-Begriff eher Acts wie Phase Fatale, Heckmann, Sarin oder Fixmer verbinden. Ein guter Nebeneffekt? Wie wär’s mal wieder mit einem Set in der wilden Hauptstadt?
Klar. Auch die jüngere Club-Szene mit meiner Musik zu erreichen, wäre super. Ein Set in Berlin wäre sehr cool. Meine Sets beim Schlagstrom und im Void-Club sind eine Weile her. Und mit dem neuen Album geht vielleicht was. Mal sehen, was so passiert.

Auch mit Torn From Beyond willst du dich nicht im Studio verstecken. Wenngleich das Live-Konzept ein gänzlich anderes ist.
Das Debüt mit Torn From Beyond hatte ich beim letzten audiophob-Festival Anfang des Jahres. Ich habe mir ein Video für den Auftritt zusammengeschnitten. Düster und passend zur Musik. Dark Ambient halt. Hier fließen jetzt die ruhigen Stücke ein, die ich auf den ersten beiden Alben noch mit Mortaja veröffentlicht habe.

Fließen, da sagst du was! Was trinkst du hier eigentlich?
Zum Feiern trinke ich Bier. Am liebsten das Bochumer Fiege Pils. Eins würde ich noch nehmen. Aber Schnaps geht auch. Prost!

mortaja combined minds album coverNach Drown In Blood (2011) und Bone Chamber (2014) ist
Combined Minds
das dritte Album von Mortaja.
Erhältlich seit 19. Oktober via audiophob.

Mortaja 2018 lässt drei elektronische Welten aufeinanderprallen,
atmet ungefiltert Berlin-Sound, ist effektvoll und wuchtig produziert.
Combined Minds ist ein Album, das im Kopf so gut wie im Club
funktioniert. Ein Album, das die Grenzen von Techno, EBM und
Noise verschwimmen lässt, während der Name Mortaja extrem
an Schärfe gewinnt.

>> zur ausführlichen Rezension





www.facebook.com/Mortaja.de
www.audiophob.de

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